October 20, 2026 |
Deutsche Importeure müssen laut BME-Meldung vom 16. Oktober 2026 neue DEHSt-Vorgaben für TARIC-Codierungen bei CBAM-Gütern berücksichtigen. Eine korrekte Klassifizierung und verlässliche Stammdaten sind dabei entscheidend, um Fehler bei der Deklaration zu vermeiden. Moderne Procurement-Software kann durch automatisierte Klassifizierung und die Einbindung von Emissionsdaten dabei unterstützen.

Die Veröffentlichung der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) vom 16. Oktober 2026 markiert eine wichtige Anpassung bei der Deklaration von Importgütern, die unter den Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) fallen. Um Fehleinschätzungen bei den berichteten Treibhausgaswerten zu vermeiden, verlangt die Behörde eine präzise Zuordnung der zehnstelligen TARIC-Codierung bei den betroffenen Warengruppen. Das BME berichtete am selben Tag über die aktualisierten Vorgaben, die Auswirkungen auf die Zollabwicklung deutscher Unternehmen haben.
Die korrekte TARIC-Codierung bildet eine wichtige Grundlage für die Einordnung von Importen im Rahmen von CBAM und für die Bestimmung der jeweils relevanten Emissionsfaktoren. Warengruppen wie Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Wasserstoff und Elektrizität erfordern eine genaue Abgrenzung. Wenn Zollanmeldungen unvollständige oder falsche Untercodes enthalten, kann dies zu Rückfragen, Korrekturen und Verzögerungen bei der Zollabwicklung führen.
Die Umsetzung der DEHSt-Anforderungen erfordert eine systematische Überprüfung der relevanten Datenbestände. Unternehmen können die Compliance-Anforderungen nur zuverlässig erfüllen, wenn die Zolltarifnummern in den ERP- und Einkaufssystemen mit den aktuellen TARIC-Tabellen übereinstimmen. In vielen Stammdaten sind noch ältere achtstellige KN-Codes hinterlegt, die die erforderliche zehnstellige TARIC-Codierung nicht vollständig abbilden.
Eine professionelle strategische Einkaufsberatung kann Unternehmen dabei unterstützen, Stammdatenstrukturen so anzupassen, dass tarifarische Änderungen effizienter übernommen werden. Neben den Zolltarifnummern müssen auch die relevanten Lieferantendaten aktuell gehalten werden.
Da tatsächliche Emissionswerte der Hersteller gegenüber pauschalen Standardwerten eine höhere Datengenauigkeit ermöglichen können, sollten Unternehmen zudem prüfen, wie die entsprechenden Primärdaten systematisch von Lieferanten erhoben und dokumentiert werden. Verträge und Datenerfassungsprozesse können dabei klare Anforderungen an die rechtzeitige Bereitstellung verifizierter Daten definieren.
Manuelle Prüfungen von Importdeklarationen stoßen bei hohen Importvolumina schnell an ihre Grenzen. Um Fehler frühzeitig zu erkennen, können Unternehmen automatisierte Validierungs-Workflows einsetzen. Diese Schnittstellen können beispielsweise Bestelldaten, Lieferantenrechnungen und Zollanmeldungen vor der Übermittlung mit den relevanten TARIC-Regelwerken abgleichen.
Weicht eine eingegebene Codierung von den hinterlegten Vorgaben ab oder fehlen relevante Angaben zu den eingebetteten Emissionen, kann das System einen Prüfhinweis auslösen. Dadurch lassen sich fehlerhafte Deklarationen bereits vor der Übermittlung erkennen und korrigieren. Gleichzeitig kann die automatisierte Prüfung den manuellen Bearbeitungsaufwand reduzieren und dazu beitragen, dass die quartalsweisen CBAM-Berichte auf konsistenten Daten basieren.
Die Einhaltung der CBAM-Vorschriften ist keine reine Aufgabe der Zollabteilung. Auch der Einkauf spielt eine wichtige Rolle, da Lieferantenauswahl und Vertragsgestaltung beeinflussen können, wie zuverlässig relevante Emissions- und Produktdaten verfügbar sind.
Fehlen Lieferanten verlässliche Daten oder können diese nicht rechtzeitig bereitgestellt werden, kann dies die Ermittlung der tatsächlichen Emissionen erschweren und die Nutzung von Standardwerten erforderlich machen.
Durch den Einsatz von fortschrittlichem KI-gestütztem Sourcing Management können Einkaufsteams bereits bei Ausschreibungen berücksichtigen, ob potenzielle Lieferanten die erforderlichen Datenanforderungen erfüllen. Die Verknüpfung von Warengruppendaten, TARIC-Codierungen und Lieferanteninformationen schafft dabei eine bessere Datengrundlage für die Bewertung von CO₂-Kosten und Compliance-Risiken.
Der entscheidende Punkt ist dabei nicht allein die Automatisierung einzelner Prüfungen. Entscheidend ist, dass Zoll-, Lieferanten- und Emissionsdaten konsistent zusammengeführt werden. So wird CBAM von einer reinen Compliance-Anforderung zunehmend zu einer Frage der Datenqualität und digitalen Prozessintegration.
GEP Quantum Intelligence unterstützt Beschaffungsteams bei Ausschreibungen, Lieferantenbewertung und Verhandlungen und verbindet Sourcing-Aktivitäten mit den relevanten Daten und Workflows.