October 16, 2026 |
Die Lagerautomatisierung im Mittelstand gewinnt durch steigende Effizienzanforderungen und den Fachkräftemangel an Bedeutung. Das Praxisbeispiel der Hummel AG zeigt, wie mittelständische Unternehmen ihre Lagerinfrastruktur modernisieren und Materialflüsse effizienter gestalten.
Dabei wird deutlich: Der Nutzen automatisierter Lagertechnik hängt nicht allein von der Hardware ab, sondern auch davon, wie gut sie in die übergreifende Supply Chain eingebunden ist.

Wie LOGISTIK HEUTE am 13. Oktober 2026 berichtete, erneuert die Hummel AG ihren zentralen Lagerbereich am Standort Denzlingen. Der mittelständische Hersteller von Elektrotechnik und Gebäudelösungen setzt dabei auf Systeme von Toyota Automated Logistics. Ziel der Maßnahme ist es, die Materialverfügbarkeit für die Fertigung zu stabilisieren und die Lagerprozesse besser auf Nachfrageschwankungen auszurichten.
Das Projekt zeigt, dass automatisierte Lagerhaltung zunehmend auch für mittelständische Unternehmen relevant wird. Durch modulare Shuttlesysteme und automatisierte Regalfahrzeuge lässt sich die vorhandene Lagerfläche effizienter nutzen. Unternehmen können dadurch Prozesse im Warenein- und -ausgang beschleunigen und zusätzliche Lagerkapazitäten schaffen, ohne unmittelbar neue Flächen erschließen zu müssen.
Automatisierte Lagersysteme verändern die physische Organisation von Logistikzentren. Statt ausschließlich zusätzliche Fläche zu schaffen, wird die vorhandene Hallenhöhe stärker genutzt. Eine Analyse der DVZ vom 14. Oktober 2026 hebt hervor, dass automatisierte Systeme unter anderem schmalere Gassen, hochverdichtete Lagerbereiche und entsprechend angepasste Boden- und Gebäudestrukturen erfordern.
Damit steigen auch die Anforderungen an die Planung und Integration der technischen Infrastruktur. Lagertechnik, Hallenstatik und Gebäudetechnik müssen aufeinander abgestimmt werden, damit automatisierte Systeme zuverlässig betrieben werden können.
Parallel dazu verändern sich die Anforderungen an das Logistikpersonal. Manuelle Tätigkeiten wie das Absuchen von Regalgängen werden durch das Prinzip „Ware zur Person“ reduziert. Arbeitsabläufe verlagern sich stärker auf die Steuerung, Überwachung und Instandhaltung der technischen Anlagen. Für Unternehmen bedeutet das, dass neben der Investition in Technologie auch Qualifizierung und neue Rollenprofile berücksichtigt werden müssen.
Physische Lagertechnik wie Roboter oder Regalbediengeräte entfaltet ihren Nutzen insbesondere dann, wenn sie mit relevanten Bestands-, Verkaufs- und Beschaffungsdaten verbunden ist. Ohne eine übergeordnete Systemarchitektur können einzelne Automatisierungslösungen zu isolierten Systemen werden.
Eine integrierte Supply-Chain-Architektur verbindet den physischen Materialfluss im Lager mit den übergeordneten Beschaffungs- und Planungsprozessen. Dadurch können Unternehmen Bestände transparenter steuern und schneller auf Veränderungen bei Nachfrage oder Lieferfähigkeit reagieren.
Die Software-Plattform GEP Quantum Intelligence kann dabei unterschiedliche Datenquellen und Supply-Chain-Prozesse zusammenführen. Werden Bestands-, Beschaffungs- und Lieferantendaten miteinander verknüpft, entsteht eine umfassendere Sicht auf Materialverfügbarkeit und mögliche Engpässe.
Für den Mittelstand liegt der strategische Vorteil daher nicht allein in der Automatisierung einzelner Lagerprozesse. Entscheidend ist, wie Lagertechnik, Daten und Beschaffungsprozesse zusammenspielen. So kann Automatisierung dazu beitragen, Bestände effizienter zu steuern, Materialverfügbarkeit zu verbessern und die Supply Chain resilienter aufzustellen.
GEP Quantum Intelligence verbindet Daten, Entscheidungen und Ausführung über die Lieferkette hinweg, damit Teams Risiken früher erkennen, Szenarien schneller bewerten und Maßnahmen koordiniert umsetzen können.